Maison des Journalistes
2002 gründeten Danièle Ohayon und Philippe Spinau das Maison des Journalistes, das Haus der Journalisten in Paris. Das Maison bietet politisch verfolgten JournalistInnen, die nach Frankreich geflohen sind, eine erste Unterkunft. Das Haus ist ein Ort des Ankommens und wieder Aufbrechens. Die JournalistInnen können sechs Monate lang im Maison wohnen, bekommen Unterstützung im Asylverfahren und Hilfe dabei, in dem fremden Land Fuß zu fassen. Seit Bestehen hat das Maison 150 JournalistInnen aus 33 Ländern aufgenommen. Allen ist in Frankreich Asyl gewährt worden. Ungefähr ein Drittel von ihnen arbeitet heute auch in Frankreich als Journalist.
Fakten
Das „Maison des Journalistes“
- verfügt über 15 Zimmer, in denen die JournalistInnen für jeweils sechs Monate wohnen können
- arbeitet eng mit Reporters sans frontières, Reporter ohne Grenzen, zusammen, die die Angaben der verfolgten JournalistInnen prüfen und sie im Asylverfahren unterstützen
- arbeitet mit zwei PsychologInnen zusammen, die einmal pro Woche vor Ort Gespräche anbieten
- bietet nicht-frankophonen JournalistInnen Sprachkurse an
- bietet zahlreiche Möglichkeiten der journalistischen Tätigkeit und Weiterbildung:
- „L’oeil de l’exilé“ („Das Auge des Exilanten“) ist eine von den Bewohnern des Hauses herausgebrachte Internetzeitschrift
- „L´oeil de l’exilé“ – Radio; „Das Auge des Exilanten“ erscheint ebenfalls als Audioversion, die im Internet abgerufen werden kann
- Homepage: Darauf erscheinen regelmäßig Artikel, Reportagen und Fotoserien von den Bewohnern des Hauses
- Journalistenschulen: Das Haus arbeitet eng mit Journalistenschulen zusammen; die Journalistenschule Lille und die Schule für Journalismus und Politikwissenschaften in Paris bieten ein Aufbaustudienjahr an
- Kooperation mit Medien: „Bayard Service“ veröffentliche ca. 10 Artikel pro Monat, die von BewohnerInnen oder Ex-BewohnerInnen des Hauses verfasst wurden; die Zeitschrift „La Croix“ lässt regelmäßig eine komplette Beilage von den exilierten JournalistInnen gestalten
Finanzierung
Finanziert wird das „Maison des Journalistes“
- zu 50% von den unterschiedlichsten französischen Medienanstalten wie Bayard Presse, Canal Plus, Le Canard Enchaîné, France Télévisions, Les Echos, La Montagne-Fondation Varenne, M6, Le Monde, Ouest France, Paris Match, Prisma Presse, Radio France, RF1, Télérama, TF1.
- zu 50% vom Europäischen Flüchtlingsfond (EFF) der Europäischen Union
Die Stadt Paris hat das Grundstück und ein Haus kostenlos zur Verfügung gestellt.